24. May 2009 - 21:01 Uhr
Die BerlinWebWeek Spring Edition 2009 hat begonnen – wieder ein sonniges barcamp in Berlin. Gestern und heute fand das Berliner Usability User Experience Camp statt, im Erwin Schroedinger – Zentrum (ja, der mit der Katze) in Berlin Adlershof. Es war gut, die Vorstellungsrunde auch bei gefühlten 200 Leuten durchzuführen, so konnte ich als Zuspätkommender auch ein Gefühl dafür entwickeln, wer da war.

Das Programm war wie immer auf barcamps divers, auch für mich als bloßer UXTester (=User) war etwas dabei. organisiert war es auch sehr gut, ich werde 2010 wieder kommen. Endlich konnte ich mal mehr über Poken erfahren, was ich sonst immer nur als #Poken im Twitterstream wahrgenommen habe. Hannes Trapp aus Karlsruhe hat eine Einführungsgrunde gegeben und das Schweizer Projekt vorgestellt (der Gründer, ein gebürtiger Kanadier, arbeitet jetzt von San Francisco aus). Eine Prognose zu geben ist schwer, sollte es Poken gelingen mit Social Networks zu kooperieren, das Gerät bei Konferenzen zu etablieren und das Tamagotchi Design durch andere (v.a. Business tauglichere) zu ersetzen, kann ich mir vorstellen, dass es wirtschaftlich erfolgreich wird. Allerdings ist das Fenster nicht zu groß, viele andere stoßen in ähnliche Bereiche vor. Laut eigenen Angaben produziert man monatlich bis zu 60.000 Stück. Das Gerät ist im Prinzip ein USB Stick mit einer Knopfzelle, die etwa ein Jahr halten soll und ein paar LEDs. Man überträgt eine ID zum Partnergerät, wenn man die Geräte direkt aufeinanderhält.

Poken im Einsatz
Wenn man dann mit dem Poken online geht, wird diese übertragen und man kann auf seiner Seite die Details des anderen sehen bzw. seine freischalten etc. und das über viele Netzwerke. Aber ausführlicher beschrieben findet Ihr das bei missionpoken.de. Der große Nachteil ist einfach, man kann nur jemanden poken, der ein Poken hat. Als Zusatzfeature von Linkedin oder XING könnte ich es mir vorstellen. So eher nicht in der Breite. Aber nach der Session haben gefühlte 20% der Teilnehmer einen Poken für 15 EUR gekauft, also ist da ein Markt und ich werde dann im Sommer eins nachkaufen und eines besseren belehrt sein…
Auch um meine persönlichen Kaufeintscheidungen für ein Handy etwas zu fundieren bin ich in die Session von Marcus Kucborski gegangen, der eine Einführung in das mobile Internet gegeben hat, also eine Einführung für Leute, die durchaus Datenflatrates für ihr mobiles Endgerät haben. Der Hörsaal (und am Sonntag bei der OpenAir Version mehrere Bierbänke) war vollbesetzt, natürlich war das iPhone omnipräsent, was aber zu erwarten war. Interessant fand ich seinen Überblick über die Appstores und den Ausblick darauf: er erwartet eine ähnliche Entwicklung wie im Computerbereich, da das entwickeln nativer Applikationen zeitraubend ist und einzelne Anwendungen im Meer ihrer Wettbewerber im Store untergehen, wird wohl auch im mobilen Bereich der Screen bald durch die Browsernutzung dominiert werden. Ich halte das für plausibel, obwohl ich im Moment eher darauf schaue, wie die Google Phones und der Android Market mit dem iPhone Appstore mithalten, irgendwann muß ich mich entscheiden… Insgesamt war der sonnige Tag lohnenswert, für die lange Fahrt nach Adlershof wurde man durch die schöne Umgebung und die Möglichkeit draußen zu sitzen, entschädigt.

Insgesamt kann ich einen Besuch im sommerlichen Adlershof nur empfehlen, “Die lange Nacht der Wissenschaften” am 13.6.2009 wäre ein guter Anlaß, die Architektur lohnt eine Stippvisite sowieso.
